Archive für Dezember 2010

Zwei HÖRMANN Audio-Beiträge

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Geld - Mythos und Macht (II)

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Jens Berger 29.12.2010

Warum der Goldstandard nicht realisierbar ist und die öffentliche Geldschöpfung neu aufgestellt werden sollte

Der Goldstandard war lange Zeit ein Erfolgsmodell. Bei ihm ist der Wert einer Währungseinheit direkt oder indirekt an den Handelspreis für Gold gekoppelt.  Die Zentralbanken sind verpflichtet, die Gegenmenge des ausgegebenen Geldes in Gold vorzuhalten. Da Gold nicht beliebig vermehrbar ist, können goldgedeckte Währungen auch nicht beliebig vermehrt werden. Geld gleich Gold - diese Formel wurde lange Zeit als Zauberformel gegen eine unkontrollierbare Inflation angesehen. Doch wer nun einen Goldstandard als Inflationsversicherung sieht, liegt ebenfalls daneben. Die Geschichte zeigt, dass Staaten den Goldstandard bei jeder sich bietenden Gelegenheit Goldstandard sein lassen und die Forderungen auf die “garantierte” Goldmenge streng genommen das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Als die Franzosen beispielsweise 1971 ihre Dollar-Reserven zu Gold machen wollten, lehnte Präsident Nixon kühl lächelnd ab - damit war nicht nur der Goldstandard gestorben, sondern auch gleich das gesamte Bretton-Woods-System der festen Wechselkurse, das implizit auf die Golddeckung des US-Dollars aufbaute.

Bei einem strengen Goldstandard würde paradoxerweise auch nicht die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die Fördermenge des Edelmetalls Gold die Geldmenge bestimmen. So hat beispielsweise der legendäre Goldraub der Conquistadores in der “neuen Welt” dazu geführt, dass die “alte Welt” in einem Wirtschaftschaos versank - die Kolonialmacht Spanien musste in einem Jahrhundert ganze dreizehn Staatsbankrotte erklären. Warum  eine moderne Volkswirtschaft ein so wichtiges Instrument wie das Geld von bergbaulichen Detailfragen abhängig machen sollte, ist ohnehin nicht ersichtlich. Da könnte man die Geldmenge auch an die Schneemenge, die jeden Winter auf unser Land niederfällt, koppeln - der Zusammenhang erschließt sich nämlich genauso wenig.

Gold ist knapper als Geld

Dass Goldhändler und Goldanleger die Frage des Goldstandards grundsätzlich anders beantworten, liegt auf der Hand. Technisch betrachtet, ist heute eine Rückkehr zum Goldstandard undenkbar. Da die globale Geldmengenvermehrung in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Globalisierung und der Privatisierung massiv zugenommen hat, gibt es überhaupt nicht so viel Gold, dass man einer Recheneinheit Geld einen realistischen Goldgegenwert zuweisen könnte. Weltweit gibt es rund 155.000 Tonnen Gold. Dem stehen alleine rund  13,5 Billionen US-Dollar (1) gegenüber - eine Feinunze müsste somit für den schwindelerregenden “Gegenwert” von mehr als 27.000 US$ stehen. Und dies betrifft nur die kursierende Dollarmenge - ein weltweiter Goldstandard würde den Goldpreis wahrscheinlich in die Höhe eines Einfamilienhauses pro Feinunze bringen. Wer da nicht Omas Goldbrosche verscherbelt, ist selber schuld.

Diese Zahlen belegen, dass eine Wiedereinführung des Goldstandards nicht realisierbar ist. Sie wäre auch komplett unsinnig, da Geld je eben nicht für einen Wert an sich, sondern für eine Forderung steht, und die Menge der in Anspruch genommenen Kredite eine reine Recheneinheit ist, der man keinen materiellen Gegenwert zuordnen kann. Schlimmer noch: Ein Goldstandard würde nicht nur den Zentralbanken, sondern auch dem Staat die Hände binden. Wenn ein Staat in Phasen der Depression beispielsweise die Wirtschaft durch kreditfinanzierte Ausgaben ankurbeln will, müsste er sich erst einmal darum kümmern, die Goldreserven zu erhöhen, um frisches Geld in Umlauf zu bringen. Da ein Rechtstaat das Gold freilich nicht “im nationalen Interesse” requirieren kann, müsste er es in einem solchen Falle am Markt einkaufen. Der Preis würde steigen, jedes Währungsäquivalent wäre nun unterdeckt und der Staat müsste entweder Geld vernichten oder abermals Gold kaufen. Dass dies weder möglich noch sinnvoll ist, sollte auch jedem Goldhändler aufgehen, der mit Panikmache sehr viel Geld verdient.

Das Paradoxon der öffentlichen Geldschöpfung

Dass die öffentliche Geldschöpfung über einen Goldstandard nicht sinnvoll möglich ist, sollte einleuchten. Warum der Staat öffentliche Gelder auf beinahe die gleiche Art wie Lieschen Müller schöpft, ist jedoch ein selten angesprochenes Paradoxon der modernen Geldpolitik. Wenn Lieschen sich bei ihrer Freundin Erna einen Euro leiht, haben die beiden die Geldmenge ( Forderung und Verbindlichkeit (2)) um einen Euro erhöht - sie haben also “Geld gedruckt”. Die oft gehörte Irrlehre, der Staat habe ein Monopol auf das “Gelddrucken”, ist natürlich falsch. Die staatlichen Zentralbanken haben zwar ein Monopol auf die Geldschöpfung, das sie über die Geschäftsbanken bis in den Privatbereich weitergeben - der “Gelddrucker” ist jedoch immer derjenige, der sich bei wem auch immer Geld leiht.

Die Lizenz, Geld zu drucken

Die faktische Geldschöpfung obliegt in der Eurozone der EZB und in den USA der FED. Während die Amerikaner nach der Finanzkrise dazu übergegangen sind, in Krisenzeiten ihre neuen Staatsanleihen direkt bei der FED zu platzieren, nehmen Europas große Volkswirtschaften ihr Geld immer noch über den freien Markt - und damit das Geschäftsbankensystem - auf. Damit folgt man dem neoliberalen Dogma, das Geld vor der politischen Willkür zu schützen, da - so die Theorie - ein Staat sich das Geld nicht einfach zu einem unrealistisch niedrigen Zins von der EZB leihen kann. Der Preis für diese selbst auferlegte Enthaltsamkeit ist jedoch hoch - das Bankensystem macht nicht nur prächtige Gewinne mit dem Handel von Staatsanleihen, es kann sie neuerdings sogar selbst kaufen und als 1:1-Sicherheit als Einlage bei der EZB hinterlegen.

Eine Bank kann sich also 1.000 Euro für 1% von der EZB leihen, kriegt vom Staat 2,5% Zinsen und macht 1,5% Zinsgewinn. Wer glaubt, für 1,5% steht ein Herr Ackermann noch nicht einmal auf, der irrt - neue Regularien erlauben es den Banken, die Anleihen als Einlage bei der EZB zu hinterlegen. Herr Ackermann bekommt also 1,5% Zinsgewinn, ohne dass er auch nur einen Euro investieren musste - ein Bombengeschäft, wenn man einmal die unwahrscheinliche Bedrohung eines deutschen Staatsbankrotts außer Acht lässt. Gegen einen solchen Fall kann sich eine Bank jedoch für kleines Geld versichern - fraglich ist nur, wer nach einem deutschen Staatsbankrott noch so solvent ist, dass er die Versicherungssumme erstatten könnte. Solche Fragen interessieren die Banker aber nicht, bieten sie doch selbst die Versicherungen an, mit denen letztlich nur jedes noch so kleine Risiko aus den Büchern herausgerechnet wird, um mehr Kredite vergeben zu können.

Da stellt sich unweigerlich die Frage, warum der Staat seine Schulden nicht direkt für 2,5% - oder gar zu einem niedrigeren Zinssatz - bei der EZB aufnimmt oder warum er sich nicht wenigstens über einen öffentlichen Staatsfinanzierer wie die KfW refinanziert, deren Gewinne ins Staatssäckel zurückfließen? Etwas anderes als eine verdeckte Subventionierung der Geschäftsbanken auf Kosten der Steuerzahler kann man in dieser Praxis nicht sehen. Rund 40 Milliarden Euro (mit steigender Tendenz) muss der Bund  Jahr für Jahr für den Zinsdienst bereitstellen. Wäre es nicht wunderbar, wenn der Staat diese Zinsen an sich selbst zahlen würde?

Moderne “Geldsystemkritik”

Auch wenn die Analysten der Banken aus verständlichem Grund Zeter und Mordio schreien würden und zumindest Hyperinflation, wenn nicht sogar den Untergang des Abendlandes prognostizieren würden, würde sich de facto bei einer Umstellung der Staatsfinanzierung herzlich wenig ändern - außer, dass der Staat langfristig mehr Geld zur Verfügung hätte und handlungsfähiger wäre. Eben diese Handlungsfähigkeit ist bei Finanzlobbyisten aber nur dann erwünscht, wenn es darum geht, immer neue Schutzschirme für die Finanzbranche aufzuspannen.

Volkswirtschaftliche Themen spielen seit der Finanzkrise auch in der täglichen Diskussion eine immer wichtigere Rolle. Vor allem die Argumente der sogenannten “Geldkritiker” werden immer dabei schriller und erstaunlicherweise von immer mehr Menschen geglaubt. Waren es früher noch “Verschwörungstheoretiker”, die sich neben dem Geldsystem vor allem mit Ufos und den Bilderbergern beschäftigen, ist die Kritik am Geldsystem mittlerweile salonfähig geworden. Doch die gutgläubigen Geldkritiker an der Basis sind dabei selbst nur Bauern in einem Schachspiel, das sie nicht verstehen.

Die Österreichische Schule ist eine Schule der Nationalökonomie, die den Markt als heiligen Gral verehrt und deren natürlicher Feind der Staat ist. Ökonomen wie Friedrich von Hayek und Ludwig von Mises waren bereits die geistigen Väter einer Ideologie, die uns als Neoliberalismus bekannt ist. Die - teils kruden - Geld- und Konjunkturtheorien der Marktfundamentalisten waren seit jeher überaus skeptisch gegenüber einem ungedeckten Papiergeldsystem. Es liegt natürlich im Interesse jedes Marktfundamentalisten, den Staat aus immer mehr Bereichen des Lebens und der Wirtschaft zurückzudrängen, um diese Bereiche durch den Markt regulieren zu lassen. Ein ungedecktes Papiergeldsystem verschafft dem Staat allerdings genau diesen Handlungsspielraum, den Marktfundamentalisten verteufeln.

Die Finanzkrise hat den “Österreichern” Auftrieb gegeben. Undifferenzierte Kritik am Staat fällt in Zeiten, in denen die freien Märkte den Staat bereits an den Rand der Handlungsunfähigkeit getrieben haben, natürlich nicht nur in libertären Kreisen, sondern bei allen denkbaren politischen Splittergruppen am äußersten Rand auf fruchtbaren Boden. Sobald ein Analyst eines großen Bankhauses etwas vom “Zusammenbruch des Geldsystems” erzählt, sind ihm tausende Links in Foren und Blogs sicher. Schreibt er auch noch ein Buch, kann er sich zur Ruhe setzen. Der beste Schutz vor derlei Propaganda und Scharlatanerie ist jedoch Wissen. Nur wer tatsächlich glaubt, dass der Staat ein Geldmonopol habe, ein Goldstandard hilfreich sei und eine kreditunabhängige Geldreform uns dem Himmelreich auf Erden näher bringen wird, lässt sich von Politikern wie Ron Paul oder der Geldelite ins Dickicht ziehen. Die Frage, ob ein Staat oder eine marktmächtige Elite besser für das Volk ist, muss allerdings jeder für sich selbst beantworten.

LINKS

(1) http://www.nowandfutures.com/key_stats.html
(2) http://Link auf W4

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33922/1.html

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Leserartikel-Blog Ihre Beiträge auf ZEIT ONLINE. Zu den Blogs Wie verteilt wird — und wieviel verteilt werden kann.

Vom Sparen, vom Investieren und vom Verteilen

Die vom neoklassischen Gleichgewichtsgeist getragene Vorstellung der klassischen Schulökonomie beschreibt eine stationäre Wirtschaft, die sich immer nur am gleichen Niveau in einem Kreislauf reproduziert. In dieser werden fertige gegen fertige Produkte mit Hilfe des Geldes getauscht werden. Nur dazu braucht es hier Geld: Zum Tausch fertiger Produkte untereinander. Die Einkommen, die dabei - unhinterfragt – entstehen, werden dann in Lohneinkommen und Kapitaleinkommen aufgeteilt. Und hier entsteht nun das politische Bemühen, auf diese Verteilung Einfluss zu nehmen. Diese aber hängt in großem Ausmaß von der politische Stärke der Gruppen ab, in denen sich Arbeiter und Kapitalisten organisieren.

Diese Überlegungen weisen den Mangel auf, dass Produkte erst nach erfolgter Fertigung getauscht werden können. Wie diese Fertigung in dieser Theorie erfolgt, dazu gibt es keine ausreichende Antwort.

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Das Wunder von Wörgl in der ZEIT

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Kommunen pleite!

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Wie kauft man sich Kaiser? Jakob Fugger wusste es

Geld regiert die Welt. Niemand weiß, wann und woher dieses geflügelte Wort in unseren Sprachschatz Einzug hielt. Ein Zeitraum immerhin und auch ein Ort wären dafür denkbar. Ungefähr um das Jahr 1519 vielleicht, womöglich in Augsburg. Nicht nur weil dort der reichste Bürger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lebte. Nicht nur weil nun, zu Beginn der Neuzeit, endgültig die Geldwirtschaft den Naturalienhandel abgelöst hatte und mit Wechseln und Papiergeld immer flüssiger wurde – und dadurch diejenigen, die mit Geld umgehen konnten, die Kaufleute, Bankiers und auch die erfolgreichen Zunftmeister, bedeutender werden ließ gegenüber dem unproduktiven Adel oder Ritterstand.

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Kaum noch Hoffnung für HRE

Ein “Fass ohne Boden” nennt SPD-Haushälter Carsten Schneider die staatlich gestützte Immobilienbank. Der Soffin-Kontrolleur sieht das Institut als hoffnungslosen Fall. 

Sein Engagement bei der Hypo Real Estate  wird für den Bund möglicherweise doch noch ein Fass ohne Boden. Diese düstere Prognose stellt jedenfalls der SPD-Obmann im Haushaltsausschuss des Bundestags, Carsten Schneider .

Seine Worte haben Gewicht: Schneider gehört auch dem Parlamentsgremium zur Kontrolle des staatlichen Stabilisierungsfonds Soffin an, der die Hypo stützt. Schneider schließt nicht aus, dass die Hypo Real Estate trotz der milliardenteuren Staatshilfen abgewickelt werden muss und die bisher geleisteten Hilfen der Staatskasse und damit dem Steuerzahler zur Last fallen werden.

 

aus Financial Times 16.12.2010

„Krise geht auf institutionalisierten Betrug zurück“

13. Dezember 2010   aus FAZ

Betrügerisches Verhalten der Führungsriege von Finanzunternehmen führte in die Finanzkrise, erklärt Professor James Galbraith. Die Krise sei nicht vorbei. Er wundert sich, dass es nicht längst zu einer massiven Klagewelle gekommen ist.

Betrügerisches Verhalten der Führungsriege von Finanzunternehmen führte in die Finanzkrise, erklärt Professor James Galbraith von der University of Texas in Austin. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei noch lange nicht vorbei, da der konjunkturellen Erholung einige Hindernisse entgegenstünden.

Galbraith fragt sich, wieso es nicht längst zu einer massiven Klagewelle gegen jene Finanzinstitute gekommen ist, die schlechte Produkte auf betrügerische Art und Weise verkauften. Und wieso sind die deutschen Staatsanwälte nicht längst aktiv geworden?

weiter unter…

http://www.faz.net/s/RubBA38892BD32C4247883F32A9066B139A/Doc~EC5ECF035F70E42B1B00065A77FF993B8~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

20. Pleisweiler Gespräch mit Dr. Heiner Flassbeck

Alle Teile auf YOUTUBE anschauen!!

Ähnlichkeiten mit unserem Modell

Auszug aus dem Diskussioonsforum “New Money”:
… Die Lösung ist jedoch ganz einfach: Führen wir uns einmal vor Augen, dass ein Tier zunächst fressen muss, um arbeiten zu können, während beim Menschen das Gegenteil die Regel ist. Er muss zunächst sein Geld durch Arbeit erdienen, um sich seine Nahrung kaufen zu können! Eine natürliche Wertschöpfung setzt voraus, dass Tier und Mensch zunächst gefüttert werden, um arbeiten zu können, d.h. dass die Kaufkraft der Verbraucher im Vorfeld durch Löhne gesichert werden muss! Eine ökologisch ausgerichtete Politik des Nullwachstums hat natürlich zur
Folge, dass es nicht mehr möglich ist, Kapital zu bilden durch Zinsen. Welche Bank kann dann noch Geld verleihen, wenn sie keine Zinsen mehr für Darlehen bekommt und wenn sie für Sparkonten sogar noch welche bezahlen muss? Ökologie und umweltschonendes Nullwachstum haben also keinen Platz in einer Zinswirtschaft! Wie kann man sich aus diesem Dilemma befreien? Die Natur zeigt uns wieder einmal den richtigen Weg: Es muss den Menschen ermöglicht werden, mit den Naturressourcen auszukommen – wie es die Tiere tun, die seit Millionen von Jahren ohne Kriege überlebt haben, weil sie sich mit dem begnügen, was ihnen die Natur bietet… Krieg ist ein Unheil!
Bedeutet dies nun, dass wir die moderne Industriegesellschaft ins Steinzeitalter zurückversetzen müssen? Nein, denn das würde einen ewigen Weltkrieg und das Ende aller Zivilisationen bedeuten.
Um aus dieser Sackgasse zu gelangen, muss die Neue Ökologie einen Quantensprung wagen und erklären, dass der Mensch die gleichen Rechte wie die Maschinen und Tiere beanspruchen darf : Sich mit Treibstoff voll zu tanken bzw. sich mit Nahrung zu versorgen, bevor gearbeitet wird. Die Frage der Wertschöpfung reduziert sich dann auf die durch Arbeit umgesetzte Energiemenge. Letztere lässt sich leicht berechnen, wenn davon ausgegangen wird, dass der Mensch als intelligentes Tier ein lebendes Kraftwerk ist, das Energie im Vorfeld der Arbeit erzeugt. Unter diesen neuen Voraussetzungen wird der ökologische Staat die vom Volk erzeugte Energie kaufen und sie dem Volk bezahlen, bevor es arbeiten muss. Diese Vergütung deckt seine Bedürfnisse und erlaubt ihm, innerhalb der von der Natur festgelegten Grenzen sein Leben frei zu gestalten. Um dieses Grundrecht in Anwendung zu bringen, wird das ökologische Volk seine Verfassung um folgenden kleinen Satz ergänzen:
„Die Wertschöpfung wird durch den Energie-Einsatz im Arbeitsprozess erzeugt und in kW/h berechnet.“
Dadurch wird der ökologische Staat ermächtigt, dem Volk die von ihm zu erzeugende Energie zu vergüten – bevor gearbeitet wird. Dieser Lohn wird auf der Grundlage der verarbeiteten Energiemenge bzw. des energiegestützten Weltwährungsstandards in kW/h berechnet. Es reicht dann aus, eine Gleichung zwischen der eingesetzten Energie- und der Verkehrsgeld-Menge festzulegen, um eine ökologische Wirtschaft auf die Beine zu stellen. Da der sich auf die Sonne stützende ökologische Weltstaat verfassungsrechtlich unendlich gerecht und gütig ist, sichert er allen Menschen auf unserem Planeten eine lebenslange Vergütung, die weltweit nach der gleichen Formel berechnet wird. Zum ersten Mal in der Geschichte verschwinden die Grenzen zwischen Menschen, und die freie Weltwirtschaft verfügt dann über einen echten, freien Binnenmarkt.
Wir können gleichzeitig mit den Vereinigten Staaten von Europa den ökologischen Staat errichten, da scheinbar die jetzige EU dazu nicht in der Lage ist. Diese neue Föderation vereinigt 48 Staaten und rund 700 Millionen Bürger in einem Gebiet, das sich von Grönland bis zum Golf von Akaba erstreckt. Um den Vereinigungsprozess zu beschleunigen, bietet unsere Website allen Internetsurfern der Welt die Möglichkeit, einen Scheck in Höhe von einer Million €CU (Equivalent Currency Unit) als Begrüßungsgeschenk zu bekommen, der am Tage der Ausrufung der Vereinigten Staaten von Europa von der Europäischen Bundesbank in EURO ausgezahlt wird. Da dieses Verfahren vollautomatisch ist, wollen wir dadurch weltweit 6 Milliarden Menschen zu Millionären machen. Vorübergehend wird dann die Europäische Bundesbank die Weltbank und den IWF ersetzen. Dies bedeutet, dass die in Entstehung begriffenen „UNITED STATES OF EUROPE“ (USE) das Schicksal des Planeten in eigene Hände nehmen werden. Ein fünfjähriger Plan wird es ermöglichen, unser Ziel auf sanfte Weise in die Tat umzusetzen, ohne vom Bürger dafür einen einzigen Cent zu verlangen, weil der ökologische Staat sein Geld von der lebenspendenden Sonne holt und im Vorfeld Steuern und Zinsen abgeschafft hat. Durch die Tatsache, dass fortan alle Menschen für immer sozusagen von der Sonne bezahlt werden, braucht diese gigantische Geldmenge nicht mehr im Vorfeld von den Maschinen erzeugt zu werden und die diesbezügliche CO2-Emission fällt weg. Dies ist das glaubwürdigste ökologische Argument, denn so wird der Erwärmung unseres Planeten Einhalt geboten und rund ein Drittel des Erdöls wird weltweit gespart: Die Menschen werden künftig sogar weniger arbeiten müssen und dennoch viel mehr als heute verdienen! Da der Energieumsatz voll in die Wertschöpfung einfließt, wird jegliche Energieverschwendung durch Verteuerung des Einstandspreises der Produktion bestraft. Transporte über große Entfernungen werden künftig stark zurückgehen, vor allem deshalb, weil der Staat die Preisbildung an der Quelle streng überwachen wird. Dies alles bedeutet, dass aus der Wirtschaft eine exakte Wissenschaft wird, die leicht zu lenken ist. Der ökologische Staat kennt keine Verschuldung mehr, und alle jetzigen Staatsschulden werden weltweit auf einen Schlag mit Sonnengeld, dem €CU, getilgt.
Dieses Projekt birgt allerdings eine Gefahr: Sollte ein erdölproduzierendes Land – wie z.B. Venezuela oder Iran – im Alleingang zum System dieses ökologischen Staates überwechseln, wird die kapitalistische Weltwirtschaft in nur einer Woche unumkehrbar zusammenbrechen und möglicherweise einen Weltkrieg nach sich ziehen.
© 9/2009 Europa-Forum zur Gründung der Vereinigten Staaten von Europa

Reaktion:

Zum Text “Kann die Ökologie Wahlen gewinnen?”  möchte ich einige Anmerkungen machen.

Arbeit wird in Kraft (N) mal Weg (m) angegeben, also J=N*m
Leistung ist Arbeit pro Zeit   J/s=W
Wenn Sie kW/h schreiben ist das Leistung pro Zeit.
Es muß lauten: Arbeit in J, kJ oder kWh=3600 kW*s = 3600 kJ.

Nun kann aber ein Mensch so wie jedes Tier nur einen Teil, der in der Nahrung aufgenommenen Energie in nutzbare Arbeit umwandeln. Insofern ist die Berechnung in kWh als allgemeines Maß problematisch.
Heute werden zur Erzeugung von Nahrung mit 1 kJ Energieinhalt bis zu 10 kJ benötigt. Diese zusätzlich Energie kommt zum größten Teil aus fossilen Quellen. Das Dieselöl, welches den Traktor antreibt, die Mineraldünger, die auf das Feld aufgebracht werden, die Energie zum Mahlen des Getreides, die Wärme zum Backen des Brotes und zum Schluß auch noch die gesamten Transporte werden aus Erdöl oder Kohle gewonnen. Der Anteil der Sonnenenergie im Getreide ist zwar wichtig, aber in der konventionellen Agrarwirtschaft sehr gering.
Diese heute üblich Agrarwirtschaft kann so nicht mehr lange durchgeführt werden, weil Erdöl knapp und teuer wird. Ein Umstieg auf andere fossile Energieträger ist nicht schnell genug möglich und auch nicht dauerhaft.
Die Bauern müssen zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zurückfinden. So wie früher ein Teil der Ackerfläche für die Ernährung der Ackerpferde benötigt wurde, wird künftig wohl dieser Teil für die Produktion von Biotreibstoff genutzt werden müssen. Dann kann man sagen, dass die in der Nahrung vorhandene Energie vollständig aus der Sonnenenergie kommt, allerdings mit erheblichen Umwandlungsverlusten. Auch im Erdöl steckt nur ein winziger Bruchteil der vor Jahrmillionen eingestrahlten Sonnenenergie, mit der die Algen damals gewachsen sind.

Zum Glück erhält die Erde genug Sonnenenergie, um trotz aller Umwandlungsverluste das Leben aller Pflanzen, Tiere und Menschen zu ermöglichen.

Eine andere Frage betrifft das Geld, welches der Staat an alle Bürger auszahlen soll.
Es ist richtig, erst zu zahlen und dann die Arbeit als Gegenleistung zu erhalten, ohne Essen kann man nicht arbeiten. Aber wenn das nicht wie ein bedingungsloses Grundeinkommen gehandhabt wird, kommt es nach einer gewissen Zeit zur Inflation. Wenn monatlich neues Geld in die Wirtschaft kommt, läuft bald zuviel Geld um und die Preise beginnen zu steigen. Dann wird aber das ausgezahlte Bürgergeld nicht mehr ausreichen, oder es muß ebenfalls jeden Monat erhöht werden. Das ist aber nichts anderes als eine gallopierende Inflation. Das haben die Menschen in Deutschland im letzten Jahrhundert zweimal erlebt und scheuen es wie der Teufel das Weihwasser.
Als Basis für das auszuzahlende Bürgergeld muss der Staat dieses Geld im gleichen Maße wieder einsammeln. Sei es als Bezahlung für die verkauften Waren, oder als Steuer. Oder der Staat darf nur Geld ausgeben, das sich selbst vernichtet, indem es jeden Monat etwas weniger wert ist.
Ein Vorschlag dazu findet man unter dem Stichwort “Joytopia”. Der Autor Bernd Hückstedt schlägt ein Geld vor, dessen Geldscheine in jedem Quartal um 25% abgewertet werden. Das soll so geschehen, dass für den Einkauf im Wert von 100 Euro nach 3 Monaten 125 “Dank” (so nennt er das Geld) bezahlt werden müssen, nach 6 Monaten sind es dann 150 Dank, nach 9 Monaten 175 Dank.
Nach einem Jahr braucht man 200 Dank von dem alten Geld oder wieder 100 Dank von dem neu ausgegebenen Geld (Jeder Schein hat eine Jahresnummer). Jedem Bürger werden jeden Monat eine gewisse Menge “Dank” ausbezahlt, ab April dann 1,25 mal soviel, ab Juli 1,5 mal, ab Oktober 1,75 mal so viel wie im Januar.
Da dieses Geld innerhalb eines Jahres auf die Hälfte seines Wertes schrumpft, kann man es nicht horten. Wer es versucht, wird trotzdem niemals mehr als das Doppelte eines Jahreseinkommens erreichen. So verhindert dieses Konzept die Anhäufung von Reichtum in den Händen weniger, die das dann wieder als Druckmittel und politische Waffe einsetzen können. Der Boden und alle Bodenschätze des Landes gehören der Gemeinschaft, das heißt dem Staat. Alle Erträge daraus werden auf alle Bürger verteilt.

Im Text “Muss der Staat die Steuern abschaffen?” steht auf Seite 3, rechte Spalte: Kaiser Constatin habe den römischen Sonnengott Mithra mit dem Sonnengott der Christen vermählt.
Das ist insofern ungenau, weil der Mithras-Kult aus Asien stammt und hauptsächlich unter den Soldaten verbreitet war. Constantin verehrte den “Sol Invictus”, die unbesigbare Sonne. Er ließ sich erst auf dem Sterbebett taufen, war also Zeit seines Lebens kein Christ im engeren Sinne. Er handelt aber als solcher, indem er das Christentum zur Staatsreligion machte und die Priester und Bischöfe gewissermassen zu Staatsbediensteten. Ihre Kleidung heute stammt von der damaligen Kleidung der Staatsdiener ab.

Weiter unten heißt es: “… als lebendiges Kraftwerk, das Energie durch Arbeit produziert, was übrigens auch jedes Pferd tut, denn es produziert ebenfalls Energie!”

Energie kann aber weder erzeugt, noch vernichtet werden. Alle Lebewesen können nur Energie umwandeln. Sie nehmen entweder Sonnenlicht auf und bilden daraus über die Photosynthese Biomasse, Zucker, Öle, Eiweißstoffe, oder sie verzehren die Pflanzen und nutzen so die gebundene Sonnenenergie. Dabei wird der größte Anteil in Wärme umgewandelt und nur weniger als 5% zu mechanischer Arbeit, Hebearbeit oder Bewegungsenergie. Die Wärme landet am Ende in der Umgebung und stellt dort energetischen Müll dar, denn man kann keine weitere nutzbare Energie daraus gewinnen. Die Erde gibt diese Wärme an das kalte Weltall ab und entledigt sich so der eingestrahlten Energie der Sonne. Würde sie das nicht tun, würde sich die Erde sehr schnell überhitzen und Leben wäre unmöglich.
Dieser gesamte Vorgang funktioniert nur deshalb, weil die eingestrahlte Sonnenenergie mit geringer Entropie ankommt und die abgestrahlte Wärmeenergie mit großer Entropie die Erde verläßt.
Nur so kann die bei jedem Umwandlungsschritt entstandene Entropie exportiert werden.
Alle Mechanischen Vorgänge haben ein gewisses Maß an Reibung zu überwinden, dabei entsteht Entropie. Ebenso wird bei jeder Wärmeübertragung und jeder chemischen Umwandlung Entropie erzeugt.

Mit freundlichen Grüßen,

Gerhard Herres

Dr. Gerhard Herres
Institut für Energie- und Verfahrenstechnik
Thermodynamik und Energietechnik, N5.131
Fakultät Maschinenbau
Universität Paderborn
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