Heute auf Telepolis

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32898/1.htmlbildschirmfoto-2010-07-05-um-165140.png

1 Antwort auf “Heute auf Telepolis”

  1. Kritiker sagt:

    .
    Immer wieder hören wir Geldreformer , die den sogenannten Negativzins ( ‘Hortungssteuer’) propagieren, um gehortetes Geld auch für kleine Renditen in Sachwertinvestitionen, bzw Nettoinvestitionen zu lenken.
    Nun bin ich auf folgenden Gedanken gekommen, dass dieser Negativzins auf Giralguthaben keinen nennenswerten Effekt hätte
    Gehen wir mal von einer Hortungssteuer von 5 % p.a aus, z.B in einem Vollgeldsystem
    Nun vergleichen wir die Umsätze einzelner Unternehmen mit einer beliebigen Summe Geld, welches gehortet oder gespart wird, die im realistischen Bereich liegen sollte
    Beispiel Firma Adidas: Bruttojahresumsatz 10 MIlliarden Nehmen wir an, sie horten 400 Millionen an Gewinnreserven
    Von den 400 Millionen ziehen wir 5 % Hortungssteuer ab, dass macht dann 20 MIllionen, die an zusätzliche Kosten auf die Fa zukommen im Jahr
    Vergleichen wir diese relativ zum Jahresumsatz: Die 20 Millionen Hortungssteuer wären dann lächerliche 0,2 % vom Jahresumsatz.
    Wie wir sofort erkennen, kann Adidas diese 0,2 % in die Preise weitegeben, so dass der Kunde kaum was mitbekommt.Eine lächerliche Preiserhöhung von 0,2 %.
    Das wäre eine Preiserhöhung bei einem Sportartikel von 200 € = nur 40ct
    Natürlich hätte Adidas noch andere Möglichkeiten, z.B Erhöhung der Arbeitsproduktivität oder Einsparungen von variablen Kosten, so dass die Preisisteigerung noch geringer ausfallen könnte 0,2 %
    Alles in allem denkt Adidas nicht im Traum daran, nun in Sachwerte zu investieren oder Nettoinvestitionen zu betreiben für wenig Rendite, und ihre Gewinnrücklagen dafür aufzulösen.??
    Das Beispiel kann man nun endlos fortsetzen mit anderen kleineren Unternehmen, indem man die Jahresumsätze vergleicht und eventuelle Rücklagen. Dann kommt man auf ähnliche Verhältnisse vom Umsatz zur gehorteten Geldmenge
    z,B Fa MP Tec Solartechnik in Eberswalde: Bruttojahresumsatz ca 43 Millionen Euro. Nehmen wir mal übetrieben an , die horten ganze 10 Millionen pro Jahr
    5% Hortungssteuer auf 10 Millionen = 500Tausend.
    Das sind lächerliche etwas über 1 % vom Umsatz. Eine Solaranlage Family Paket ( 2 Kollektoren)
    kostet anstatt 1469 € dann halt maximal 20 € mehr.
    Aber auch der Sparer mir höherem Einkommen denkt nicht unbedingt daran, seine geliebte Liquidität aufzugeben und in irgendwelche riskante Anlagen zu stecken ( Das haben die auch damals nicht, wo Inflationsraten von bis zu 7 % existierten. Liquidität ist manchmal unschlagbar)
    Z. B ein Rechtsanwalt, Jahresgehalt 48.000 € .Der hat 4000 € im Monat und legt sich jeden Monat
    500 € zurück ( also 6000 im Jahr) . 5 % p.a Hortungssteuer = 300 € pro Jahr. Na nun. Nun legt er sich halt
    nur noch 5700 € im Jahr zurück. Ist zwar ärgerlich, wie jede Vermögenssteuer, aber was soll’s.
    25 € weniger im Monat ist leicht zu verschmerzen. Deshalb wird er jetzt nicht seine Sparvermögen auflösen
    Eine Negativsteuer wird also kaum verhindern, dass Liquidität blockiert werden kann, wenn es im Interesse der Unternehmer ist, bzw zu Neuinvestitionen führen.Auch der vermögende Privatmann mit 25€ weniger im Monat wird sich nicht in Konsum stürzen.
    Und die 5 % Hortungssteuer, bzw Negativzins waren auch übertrieben in den Beispielen.Ich bin von ständigem Nulwachstum ausgegangen
    Der ‘Monetative’ bleibt also nichts andere übrig, als die Geldmenge zu erhöhen, um eine Deflation zu vermeiden. Eine Verstetigung des ‘Geldumlaufs’ findet kaum statt.
    Schauen wir aber genau hin, sehen wir genau, wem der Negativzins am schmerzlichsten trifft.Das sind die kleinen Einkommensbezieher und Betriebe. Denen wird ja die notwendige Vorsichtskasse geschrumpft.
    ( Es sei denn, man führt einen Freibetrag ein )
    Gruß

Antwort schreiben

Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.